Permakultur ist ein ganzheitliches Designsystem, das nachhaltige und naturnahe Lebensräume schafft. Ursprünglich von Bill Mollison und David Holmgren in den 1970er Jahren entwickelt, geht es heute weit über die Landwirtschaft hinaus: Permakultur (von „permanent“ und „Agriculture“) verbindet Ökologie, Soziales und Wirtschaft zu einem resilienten System, das langfristig funktioniert – ohne die Natur auszubeuten.
„Permakultur ist ein Design-System für nachhaltige menschliche Kulturen – nicht nur für Landwirtschaft.“ (David Holmgren, Gründer der Permakultur)
Die drei ethischen Grundsätze
Jedes Permakultur-Design basiert auf drei zentrale Werte:
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Earth Care
Erde sorgsam behandeln: Schutz und Regeneration von Böden, Wasser, Luft und allen Lebewesen stehen im Mittelpunkt.
People Care
Menschen versorgen: Permakultur soll die Bedürfnisse der Menschen (z.B. Nahrung, Energie, Gemeinschaft etc.) fair und nachhaltig decken.
Faire Share
Überschüsse gerecht teilen & Grenzen setzen: Ressourcen werden sinnvoll genutzt, Überschüsse geteilt und Konsum auf das Notwendige beschränkt.
Die 12 Gestaltungsprinzipien
David Holmgren formulierte 12 Prinzipien, die als Leitfaden für nachhaltiges Design dienen:
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1 Beobachten und interagieren
Nimm dir Zeit, um Muster in der Natur und im sozialen Umfeld zu beobachten, bevor du handelst.
2 Energie fangen und speichern
Nutze verfügbare Ressourcen (z. B. Wasser, Sonne, Wind) effizient und speichere sie für Zeiten des Bedarfs.
3 Ertrag ernten
Nutze die Ressourcen, die dein System produziert, und achte darauf, dass die Ernte nachhaltig bleibt. Ernte kann hier breit verstanden werden (Früchte, Verdienst, Anerkennung etc.)
4 Selbstregulierung anwenden und Feedback akzeptieren
Gestalte Systeme so, dass sie sich selbst regulieren und passe dich an Feedback an.
5 Erneuerbare Ressourcen und Dienste nutzen
Bevorzuge erneuerbare Ressourcen und vermeide Abhängigkeit von nicht erneuerbaren.
6 Keine Abfälle produzieren
Nutze „Abfall“ als Ressource – alles hat einen Wert und kann in einem Kreislauf wiederverwendet werden.
7 Vom Muster zur Detailplanung
Beginne mit der Planung von Mustern (z. B. Landschaftsformen) und arbeite dich zu Details vor.
8 Integrieren statt trennen
Platziere Elemente so, dass sie sich gegenseitig unterstützen (z. B. Pflanzen, die sich gegenseitig schützen).
9 Langsame und kleine Lösungen
Setze auf kleine, überschaubare Schritte und Systeme, die leichter zu pflegen und anzupassen sind.
10 Vielfalt nutzen und wertschätzen
Vielfalt erhöht die Widerstandsfähigkeit – nutze sie in Pflanzen, Tieren, Ideen und Kulturen.
11 Randzonen nutzen und das Marginale wertschätzen
Die produktivsten Zonen liegen oft an den Übergängen (z. B. zwischen Wald und Wiese).
12 Kreativ auf Veränderungen reagieren
Nutze Veränderungen als Chance für Innovation und passe dich flexibel an neue Gegebenheiten an.

Warum Permakultur?
Permakultur ist mehr als eine Gartentechnik – sie ist eine Lebenseinstellung. Sie zeigt, wie wir im Einklang mit der Natur leben und gleichzeitig unsere Bedürfnisse erfüllen können. Ob groß oder klein: Jeder Schritt in Richtung Permakultur ist ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft.

